Was kann man tun, um ein herzliches Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem sich jeder auch in schwierigen Zeiten unterstützt fühlt? Welche Rolle spielt die gesetzlich vorgeschriebene kollektive Wiedereingliederungspolitik?
Aufbau oder Überarbeitung einer kollektiven Wiedereingliederungspolitik
Als Arbeitgeber wird von Ihnen eine kollektive Wiedereingliederungspolitik erwartet. Aber nicht jedes Unternehmen verfolgt eine solche Politik. Möchten Sie mehr über die kollektive Wiedereingliederungspolitik erfahren? Lesen Sie die Verpflichtungen für Arbeitgeber auf der Seite „Wiedereingliederung von arbeitsunfähigen Arbeitnehmern” auf der Website des Föderalen Öffentlichen Dienstes Beschäftigung, Arbeit und Soziale Konzertierung (auf Französisch).
Laut Gesetz müssen Arbeitgeber eine kollektive Wiedereingliederungspolitik ausarbeiten und diese mindestens einmal jährlich evaluieren und gegebenenfalls anpassen.
Testen Sie sich mit der Checkliste
Was muss eine Wiedereingliederungspolitik enthalten? In einer Wiedereingliederungspolitik:
- beschreiben Sie Ihre Vision und Ihre Ziele,
- legen Sie fest, wie Krankheiten gemeldet und Aufgaben übernommen werden,
- planen Sie Abstimmungsgespräche und bewerten die Politik jährlich,
- erstellen Sie eine Übersicht über mögliche Anpassungen.
Lernen Sie die Vorteile einer Wiedereingliederungspolitik kennen
Eine verständliche Politik hilft sowohl Arbeitgebern als auch Arbeitnehmern. Beide Seiten haben etwas, worauf sie sich verlassen können. Die Arbeitnehmer wissen, was sie von Ihnen als Arbeitgeber erwarten können und was Sie wiederum von ihnen erwarten, wenn sie krank werden.
Ausfälle zu vermeiden bleibt das Wichtigste, aber wenn es doch einmal dazu kommt, sorgt eine gut durchdachte Wiedereingliederungspolitik für den entscheidenden Unterschied. Sie haben dadurch die folgenden Vorteile:
- Sie behalten erfahrene Arbeitnehmer: Durch Maßnahmen, die ihnen den Wiedereinstieg in den Beruf erleichtern, gehen ihr Wissen und ihre Erfahrung nicht verloren und die Kontinuität Ihres Unternehmens bleibt gewahrt.
- Sie sind vorbereitet: Wenn Sie Ausfälle vorhersehen, sorgen Sie für mehr Gelassenheit. Ihre Arbeitnehmer wissen, dass es Möglichkeiten gibt, wieder zurückzukehren.
- Sie setzen auf eine fürsorgliche und integrative Unternehmenskultur: Das stärkt das Gemeinschaftsgefühl und wirkt sich positiv auf Ihr Team aus.
- Sie legen Wert auf Anerkennung und Motivation: So steigern Sie die Loyalität Ihrer Arbeitnehmer.
- Sie vermitteln ein positives Image nach außen: Dies ist ein Pluspunkt für zukünftige Bewerber und Kunden.
- Sie kommen Ihren gesetzlichen Verpflichtungen nach.
Reintegration ist Maßarbeit
Jeder Prozess ist anders. Betrachten Sie den Menschen hinter der Personalakte. Zeigen Sie Verständnis, hören Sie sich die persönliche Geschichte an und suchen Sie gemeinsam nach Lösungen.
Fünf Faktoren für eine erfolgreiche Rückkehr
Untersuchungen zeigen, dass bei der Wiedereingliederung fünf Faktoren ausschlaggebend sind:
- Planen Sie im Voraus ein Gespräch und besprechen Sie Bedürfnisse und Erwartungen.
- Bieten Sie angepasste Arbeit an und legen Sie Vereinbarungen fest.
- Sorgen Sie für einen herzlichen Empfang am ersten Tag.
- Nutzen Sie finanzielle Unterstützung wie die Wiederaufnahmeprämie (Informationen zur Wiederaufnahmeprämie auf der Website des LIKIV (auf Französisch).
- Führen Sie Folgegespräche und beziehen Sie Kollegen in den Prozess mit ein.
Wählen Sie den formellen oder informellen Weg?
Häufig erfolgt die Rückkehr informell, in Absprache mit dem Arbeitsmediziner, dem Vorgesetzten und den Kollegen. Dies sorgt für mehr Flexibilität und weniger Druck. Ist eher eine strukturierte Vorgehensweise erforderlich? Dann kann ein formeller Weg mit verständlichen Vereinbarungen und Nachbesprechungen hilfreich sein.
Die Rolle des Vorgesetzten
Als Vorgesetzter sind Sie eine Schlüsselperson. Zeigen Sie Anerkennung für die Person, nicht nur für den Arbeitnehmer. Schenken Sie Vertrauen, seien Sie flexibel und scheuen Sie sich nicht, sensible Themen anzusprechen.
Kolleginnen und Kollegen sind ausschlaggebend
Auch Kolleginnen und Kollegen spielen eine große Rolle. Kleine Gesten bewirken viel. So fühlt sich jeder als Teil des Teams.
Wo finden Sie Unterstützung?
Sie müssen das nicht alleine bewältigen. Es gibt verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten: ein Arbeitsmediziner, der auch Präventionsberater ist, der beratende Arzt der Krankenkasse, ein Koordinator für die Rückkehr ins Arbeitsleben, eine Arbeitsvermittlungsstelle oder ein Sozialsekretariat. Informieren Sie sich gut und nutzen Sie die verfügbare Hilfe.
Gemeinsam stark
Die Wiedereingliederung nach einer langen Krankheit erfordert Zeit und Engagement. Aber sie zahlt sich aus: durch ein eng verbundenes Team in einem Unternehmen, in dem sich alle wohlfühlen.
Möchten Sie mehr erfahren?
- Die Arbeit wieder aufnehmen : Der Weg der Wiedereingliederung
- Online-Plattform „Reconnect“ auf der Website der Stiftung gegen Krebs (auf Französisch)
- „Wiedereingliederung von arbeitsunfähigen Arbeitnehmern” auf der Website des Föderalen Öffentlichen Dienstes Beschäftigung, Arbeit und Soziale Konzertierung (auf Französisch)
28 / 01 / 2026