Ihre Ergebnisse können Sie im Sensibilisierungsleitfaden „Altersbewusste Personalpolitik im Unternehmen – Psychosoziale Risiken“ (auf Französisch, PDF, 1,2 MB), veröffentlicht auf der Website des FÖD Beschäftigung, Arbeit und Soziale Konzertierung, nachlesen. Aber was bedeutet dieser Ansatz genau?
Im Grunde bedeutet es, dass Sie als Unternehmen in Ihrer Personalpolitik die unterschiedlichen Lebensphasen, Bedürfnisse und Möglichkeiten Ihrer Arbeitnehmer berücksichtigen. Das Ziel:
Die Förderung einer nachhaltigen Beschäftigungsfähigkeit und die Sicherstellung, dass Arbeitnehmer in jedem Alter optimal arbeiten können.
Interessant, nicht wahr? Lassen Sie uns näher darauf eingehen!
Nichts ist mehr so, wie es einmal war
Früher waren die Lebensläufe klar strukturiert: Studium, Arbeit, Pension.
Heute ist das nicht mehr so: Viele Menschen reisen zuerst um die Welt, gründen manchmal erst spät eine Familie und beginnen noch einmal ein Studium. Was ein 30-jähriger Arbeitnehmer heute benötigt, kann völlig anders sein, als früher.
Mit einer altersbewussten Personalpolitik versuchen Sie, den Bedürfnissen aller gerecht zu werden.
Vier wichtige Säulen
Wenn Sie sich auf die folgenden vier Bereiche konzentrieren, sind Sie auf dem richtigen Weg.
1. Physische und kognitive Ergonomie
Ein erster Punkt ist das In Angriff nehmen der Belastung von Körper und Geist. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle: Jeder Mensch ist anders, die Belastung baut sich im Laufe der Jahre auf und ist je nach Beruf unterschiedlich.
Um diese Belastung in den Griff zu bekommen, ist es wichtig, auf physische und kognitive Ergonomie zu setzen. Was bedeutet das?
- Physische Ergonomie: Setzen Sie Hilfsmittel ein, zum Beispiel Sitz-Steh-Schreibtische oder planen Sie so, dass die physische Belastung besser verteilt wird.
- Kognitive Ergonomie: Die Welt verändert sich rasend schnell (denken Sie an KI und Digitalisierung). Für manche ist das Tempo zu hoch. Durchdachte Entscheidungen können helfen. Wählen Sie im Fortbildungsbereich möglicherweise besser kürzere Lernphasen als eine dreitägige „Marathon-Fortbildung”.
2. Wissensaustausch als Stärke
Es ist schade, wenn ein erfahrener Arbeitnehmer sein Wissen für sich behält und ein Anfänger das Rad immer wieder neu erfinden muss. Es gibt zwei Möglichkeiten, dem entgegenzuwirken:
- Mentoring in zwei Richtungen: Lassen Sie alle voneinander lernen, nicht nur die jüngeren Arbeitnehmer von den älteren. Dabei kann es sich um technische Tools handeln, aber genauso gut um die Feinheiten des Projektmanagements.
- Wissenssicherung: Richten Sie Systeme ein, um das Wissen der Arbeitnehmer in Ihrem Unternehmen zu behalten und für alle zugänglich zu machen.
3. Flexibilität in der letzten Phase
Ältere Arbeitnehmer möchten zwar weiterarbeiten, aber nicht mehr so, wie sie es zuvor getan haben. Dafür gibt es Lösungen:
- Einen Schritt zurücktreten: Die Aufgaben des erfahrenen Mitarbeiters können angepasst werden, damit er länger arbeiten kann.
- Maßgeschneiderte Lösungen: Für den einen bedeutet das einen freien Mittwoch für die Enkelkinder, für den anderen weniger Zeit für die Fahrt zum Arbeitsplatz.
4. Sind die Fähigkeiten auf dem neuesten Stand?
Die Arbeitswelt verändert sich schnell. Neue Technologien, neue Prozesse, neue Erwartungen - wer nicht mitgmacht, läuft Gefahr, den Anschluss zu verlieren.
Es ist wichtig, dass Fortbildung und Entwicklung gleichmäßig verteilt sind. Sowohl junge als auch ältere Menschen müssen Chancen erhalten und niemand darf ins Abseits geraten. Denn seien wir ehrlich:
Wer möchte sich noch engagieren, wenn er das Gefühl hat, dass sein Wissen nicht mehr relevant ist?
Auch die interne Mobilität spielt eine Schlüsselrolle. Ermöglichen Sie Ihren Mitarbeitern einen Positionswechsel, entdecken Sie verborgene Talente und verhindern Sie, dass jemand in einem Job feststeckt, der nicht mehr zu ihm passt. Kombinieren Sie dies mit dem Wissensaustausch über Generationen hinweg, und Sie erhalten ein hervorragendes Team.
Über alle Altersgrenzen hinweg
Mit einer altersbewussten Politik haben Sie ein Auge für alle Mitarbeiter. Der Kontext und die Herausforderungen Ihres Unternehmens bestimmen, wie diese Politik aussehen sollte.
28 / 02 / 2026